Jährlich erkranken in Deutschland zirka 12.000 vor allem junge Menschen und Kinder an Leukämie oder einer anderen bösartigen Erkrankung des Blutes.
Viele können nur durch eine Transplantation von Blutstammzellen - auch Transplantation von Knochenmark genannt - eines Gesunden gerettet werden. Die Übertragung von Blutstammzellen Knochenmark ist im Gegensatz zur Bluttransfusion, bei der lediglich die Blutgruppen verträglich sein müssen, nur bei einer hundertprozentigen Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglich.
Die Suche nach dem geeigneten Spender gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, denn nur für ungefähr ein Drittel aller Patienten kann in der Verwandtschaft ein gewebeverträglicher Spender gefunden werden. Die meisten Patienten sind auf nicht verwandte Fremdspender Knochenmark-Spender angewiesen. Die enorme Vielfalt der menschlichen Gewebemerkmale erlaubt theoretisch mehr als 50 Millionen Kombinationsmöglichkeiten und macht die Suche nach dem "genetischen Zwilling" extrem schwierig.
Je mehr Menschen zur Stammzellspende Spende von Knochenmark bereit sind, desto größer ist die Chance für Leukämie-Patienten, rechtzeitig einen passenden Spender zu finden und durch eine Transplantation geheilt zu werden. Unter den weltweit elf Millionen registrierten Spendern für Knochenmark kann für zirka 80 Prozent der suchenden Patienten ein geeigneter Spender gefunden werden. Für die übrigen Patienten gibt es bislang keine Chance. In Deutschland sind vier Millionen Menschen in Stammzell-Registern erfasst. Die Wahrscheinlichkeit, jemals Stammzellen Knochenmark zu spenden, liegt bei 1:100.000.
Das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR - Leben schenken) arbeitet seit 1996 an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).
Das Knochenmark- und RegisterStammzellregister, das von Dr. Marlena Robin-Winn geleitet wird, wurde dank der Unterstützung einer Vielzahl von Bürgerinitiativen aufgebaut und ist jetzt bereits die drittgrößte Datei Deutschlands. Seit März 2005 ist das NKR als gemeinnützige GmbH selbstständig tätig. Mehr als 220.000 freiwillige Stammzellspender Knochenmark-Spender aus ganz Deutschland sind hier registriert. Alle vom NKR erfassten Daten werden anonym an das Zentrale Knochenmarkspender Register Deutschland (ZKRD) in Ulm weitergeleitet. Dank einer globalen Vernetzung sämtlicher Zentralregister stehen steht sie das Knochenmark Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung.
Nabelschnurblut kann Leben retten
Neben den Blutstammzellen aus dem Knochenmark können auch die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut dabei helfen, Leben zu retten. Die Bedeutung von Nabelschnurblut ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Da die Zellen noch nicht voll ausgereift sind und sich in verschiedene Zellarten entwickeln können, sind sie die ideale Ausgangsbasis für zukünftige Anwendungen in der Medizin. (z. B. bei der Wiederherstellung von zerstörtem Körpergewebe). Nabelschnurblut-Stammzellen werden direkt nach der Abnabelung des Kindes aus dem Restblut der übrigen Nabelschnur gewonnen. Dies ist absolut schmerzfrei, risikolos und ethisch völlig unbedenklich.
Krebsbehandlung mit Nabelschnurblut-Stammzellen
Weltweit wurden mehr als 14.000 an Krebs erkrankte Menschen mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut behandelt. Besonders bei der Leukämie kommen fremde (allogene) Stammzellen als Mittel der Wahl zum Einsatz. Oftmals gibt es in den weltweit bestehenden Dateien von Knochenmarkspendern Knochenmark-Spendern keinen passenden Spender. Nabelschnurblut-Stammzellen kommen hier zum Einsatz, da im Gegensatz zu Blutstammzellen aus dem Knochenmark keine hundertprozentige Übereinstimmung der HLA-Merkmale (Humane Lymphozyten Antigene) vorliegen muss. Bei der Transplantation der vitaleren, entwicklungsfähigen Nabelschnurblut-Stammzellen kommen auch bei kleineren Abweichungen deutlich zudem deutlich weniger Abstoßungsreaktionen (Graft-versus-host-Reaktion) als bei Knochenmark vor.
Datenbanken helfen, schneller passende Knochenmark-Spender zu finden
Weltweit sind mehr als 13 Millionen Menschen als potentielle Knochenmark-Spender spender erfasst. Dennoch können ein Viertel aller betroffenen Patienten keinen passenden passendes Spender Knochenmark finden. Stammzellen aus gespendetem Nabelschnurblut vervollständigen den Pool zur Behandlung schwerer Krankheiten. Zusätzlich haben sie den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Knochenmark sofort verfügbar sind, sich damit die Wartezeit für den Patienten drastisch reduziert und ebenso die Unsicherheit, ob der "Genetische Zwilling" auch tatsächlich zur Spende herangezogen werden kann.
Nabelschnurblut gehört nicht in den Müll
In den meisten Fällen wird die Nabelschnur nach der Abnabelung des Neugeborenen zusammen mit der Plazenta verworfen. Werdende Eltern haben jedoch die Möglichkeit, diese Stammzellen aus der Nabelschnur zu spenden und damit betroffenen Menschen das Leben zu retten. Die Spende von Nabelschnurblut ist für die Eltern kostenfrei.
Nach der Abnabelung wird das Blut aus der Nabelschnur entnommen und innerhalb von 24 Stunden aufbereitet und eingelagert. Das Nabelschnurblut wird bei Minus 190 Grad mit flüssigem Stickstoff kryokonserviert (eingefroren) und kann auf diese Weise Jahrzehnte gelagert werden. Die HLA-Merkmale der Stammzellen werden in die Nabelschnurblutbank des NKR - Initiative Leben spenden eingegeben und stehen weltweit für alle Patienten zur Verfügung.
Regenerative Medizin - Medizin der Zukunft
Über die Anwendung bei Leukämien hinaus haben Stammzellen aus Nabelschnurblut die Fähigkeit, sich in verschiedene andere Zellen des Körpers entwickeln
zu können. Somit sind diese Stammzellen auch für die Regenerative Medizin (Tissue Engineering) von wachsender Bedeutung.
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