Familienfest in Lamspringe war ein voller Erfolg!
Das Familienfest in Lamspringe war ein voller Erfolg. Herzlichen Dank an die Organistoren und alle Beteiligten. Lesen Sie hier den aktuellen Zeitungsbericht aus der Hildesheimer Allgemeinen vom 9.11. 2004:
Hoffnungsschimmer für Leukämiekranke
Typisierungsaktion in Lamspringe: 415 Menschen lassen sich als potenzielle Knochenmarkspender registrieren.
Lamspringe (mv). Wolfgang Pletz war als Erster an der Reihe. Ein kleiner Pieks, und schon flossen 7,5 Milliliter Blut in die Kanüle. Durch die Aufnahme in das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellenspender-Register (NKR) kann Lamspringes Bürgermeister vielleicht Leben retten. Bei der Typisierungsaktion in der Hauptschule, an der zahlreiche Vereine und Verbände beteiligt waren, ließen sich 415 Männer und Frauen als potenzielle Stammzellenspender registrieren.
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 12 000 Menschen an Leukämie oder einer anderen bösartigen Erkrankung des Blutes. Meist sind es Jugendliche und Kinder. Viele können nur durch eine Transplantation von Blutstammzellen eines gesunden Menschen, der über die gleichen genetischen Gewerbemerkmale verfügt, gerettet werden.
Auch Katrin Wiese aus Lamspringe hat sich typisieren lassen. „Ich finde es gut, dass bei uns eine Registrierung möglich war. Viele wissen ja gar nicht, wo sie hinfahren müssten“, meinte sie. Ihre Mutter Gabriele konnte sie ebenfalls für die gute Sache gewinnen.
Die Spender erhielten Informationen aus erster Hand. Marco Falke aus Sehlem, der im August 2003 einem Leukämiekranken Knochenmark gependet hatte, stand in Lamspringe Rede und Antwort. Vor der Blutabnahme musste jeder seine persönlichen Daten angeben. Anschließend erhielt er nach Unterzeichnung der Einverständniserklärung einen Spenderausweis und eine Kanüle für die Blutabnahme. Im Labor werden später die A- und B-Gensätze ermittelt.
Sollte es konkrete Übereinstimmungen mit einem Patienten geben, folgen weitere Untersuchungen. Das NKR setzt sich dann mit dem Spender in Verbindung, weil erneut Blut für weitere Untersuchungen benötigt wird. „Wir tasten uns bei den Übereinstimmungen immer weiter heran“, erklärt Lycien Jantos vom NKR, das rund 150 000 Spenderdaten gespeichert hat. In Deutschland gibt es etwa 2,2 Millionen typisierte Menschen. Weltweit sind es 9,5 Millionen. Es besteht ein Verbund der insgesamt 39 Register mit dem Zentralen Knochenmarkregister in Ulm. „Es reicht aus, sich bei einer Organisation registrieren zu lassen“, sagte Jantos.
Ein dickes Lob richtete er an die Organisatorin Martina Oberbeck aus Neuhof und ihr gesamtes Team. Stolz können die Initiatoren ganz sicher sein. Der Reinerlös aus der Aktion belief sich am Ende auf 9424 Euro. „Die Aktion war aus Sicht des NKR ein voller Erfolg“, meinte Jantos. Es sei schon außergewöhnlich, dass kein direktes Patientenschicksal hinter solch einer groß angelegten Typisierungsaktion stehe.
Aber auch Gäste, die kein Blut spendeten, unterstützten die Aktion dennoch: durch eine Geldspende oder den Kauf von Speisen und Getränken. Eine Typisierung kostet 50 Euro. Diese Kosten werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Rund 60 Helfer waren in der Hauptschule im Einsatz. „Die Initiative von Martina Oberbeck samt Team ist wirklich bemerkenswert. Derzeit gibt es viele akute Fälle. Hervorzuheben ist, dass es eine neutrale Aktion war“, sagte NKR-Pressesprecherin Beate Rosbach. In der Spendenbox der Kartei lagen am Ende noch einmal 1200 Euro.
Geboten wurde zudem ein buntes Unterhaltungsprogramm. Musikalisch umrahmten die Bluesband des Roswitha-Gymnasiums Bad Gandersheim, die Happy Singers, der Bläsercorps Neuhof und die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lamspringe die Aktion. Lange Schlagen bildeten sich auch vor dem Quad-Parcours und dem Kistenstapeln auf dem Schulhof. Eine Tombola mit Preisen stieß auf regen Zuspruch. Außerdem wurden bei dem Familienfest eine amerikanische Versteigerung und ein Fitnesstest veranstaltet. Kinderschminken, eine Disco oder das Gestalten von T-Shirts rundeten die Aktionen ab.


