Die Deutsche Stiftung Leben schenken ist eine Initiative für die Gewinnung, klinische Anwendung und Forschung von Blutstammzellen.
Stiftungszweck
1. Zweck ist die ideelle und finanzielle Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens im Bereich innovativer Zelltherapien.
2. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch Förderung von
- Auf- und Ausbau einer allogenen gemeinnützigen Deutschen Nabelschnurblutbank
- Förderung von zweckspezifischen Forschungsprojekten, z. B. Nabelschnurblut(stammzellen) als lebenserhaltendes und lebensverbesserndes Arzneimittel der Zukunft
- Aufnahme und Aufklärung neuer Spender in die NKR gGmbH
- Betreuung und Nachsorge von Knochenmark- bzw. Blutstammzellspendern der NKR gGmbH
- Weitergehende (prospektive) Typisierungen
- Unterstützung von Selbsthilfe-/Initiativgruppen im Sinne des NKR – Leben schenken
3. Die Stiftung verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung.
4. Stiftungsorgane sind Stiftungsvorstand, Kuratorium sowie wissenschaftlicher Beirat.
Nabelschnurblut kann Leben retten
Stammzellen helfen in jedem Jahr zahlreichen Menschen bei der Behandlung schwerer Erkrankungen, beispielsweise bei Leukämie. Neben den Blutstammzellen aus dem Knochenmark können jedoch auch die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut dabei helfen, Leben zu retten. Die Bedeutung von Nabelschnurblut ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Da die Zellen noch nicht voll ausgereift sind und sich in verschiedene Zellarten entwickeln können, sind sie die ideale Ausgangsbasis für zukünftige Anwendungen in der Medizin (z. B. bei der Wiederherstellung von zerstörtem Körpergewebe). Nabelschnurblut-Stammzellen werden direkt nach der Abnabelung des Kindes aus dem Restblut der übrigen Nabelschnur gewonnen. Dies ist absolut schmerzfrei, risikolos und ethisch völlig unbedenklich.
Krebsbehandlung mit Nabelschnurblut-Stammzellen
Weltweit wurden mehr als 14.000 an Krebs erkrankte Menschen mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut behandelt. Besonders bei der Leukämie kommen fremde (allogene) Stammzellen als Mittel der Wahl zum Einsatz. Oftmals gibt es in den weltweit bestehenden Dateien von Knochenmarkspendern keinen passenden Spender. Nabelschnurblut-Stammzellen kommen hier zum Einsatz, da im Gegensatz zu Blutstammzellen aus dem Knochenmark keine hundertprozentige Übereinstimmung der HLA-Merkmale (Humane Lymphozyten Antigene) vorliegen muss. Bei der Transplantation der vitaleren, entwicklungsfähigen Nabelschnurblut-Stammzellen kommen auch bei kleineren Abweichungen deutlich weniger Abstoßungsreaktionen (Graft-versus-host-Reaktion) vor.
Datenbanken helfen, schneller passende Spender zu finden
Weltweit sind mehr als drei Millionen Menschen als potentielle Knochenmarkspender erfasst. Dennoch können ein Viertel aller betroffenen Patienten keinen passenden Spender finden. Stammzellen aus gespendetem Nabelschnurblut vervollständigen den Spenderpool. Zusätzlich haben sie den Vorteil, dass sie sofort verfügbar sind, sich damit die Wartezeit für den Patienten drastisch reduziert und ebenso die Unsicherheit, ob der „Genetische Zwilling“ auch tatsächlich zur Spende herangezogen werden kann.
Nabelschnurblut gehört nicht in den Müll
In den meisten Fällen wird die Nabelschnur nach der Abnabelung des Neugeborenen zusammen mit der Plazenta verworfen. Werdende Eltern haben jedoch die Möglichkeit, diese Stammzellen aus der Nabelschnur zu spenden und damit betroffenen Menschen das Leben zu retten. Die Spende von Nabelschnurblut ist für die Eltern kostenfrei. Nach der Abnabelung wird das Blut aus der Nabelschnur entnommen und innerhalb von 24 Stunden aufbereitet und eingelagert. Das Nabelschnurblut wird bei Minus 190 Grad mit flüssigem Stickstoff kryokonserviert (eingefroren) und kann auf diese Weise Jahrzehnte gelagert werden. Die HLA-Merkmale der Stammzellen werden in die Deutsche Nabelschnurblutbank des NKR – Leben schenken aufgenommen und stehen weltweit für alle Patienten zur Verfügung.
Regenerative Medizin – Medizin der Zukunft
Über die Anwendung bei Leukämien hinaus haben Stammzellen aus Nabelschnurblut die Fähigkeit, sich in verschiedene andere Zellen des Körpers entwickeln zu können. Somit sind diese Stammzellen auch für die Regenerative Medizin (Tissue Engineering) von wachsender Bedeutung, z. B.:
- bei Therapien des Zentralen Nervensystems
- Stammzelltherapie bei Parkinson
- Stammzellbasierte Regeneration bei Schlaganfall
- Reprogrammierung von somatischen Zellen für die Therapie von Herzerkrankungen
- Stammzellbasiertes Tissue Engineering für das Herz
- Tissue Engineering von menschlichen Herzklappen unter Verwendung von Nabelschnurblutstammzellen
- Stammzellbasierte Leberregeneration
- Therapien bei Gefäßverletzung, Knochenbrüchen oder –tumoren, Knorpelschäden (z. B. Ohr, Bandscheiben)
Gesundheit ist das schönste Geschenk – Sie können dazu beitragen, dass noch mehr Menschen eine zweite Chance auf ein gesundes Leben erhalten!
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