Aus der Deister-Leine-Zeitung:
Fußball-Stars lassen sich beim NKR typisieren und helfen dem krebskranken Kind
Barsinghausen/Hannover. Das hatte Viktorija bei all dem Trubel nicht erwartet: Fredi Bobic will ihr nicht nur beim Kampf gegen die heimtückische Leukämie helfen, sondern spricht auch noch ihre Sprache. Der sympathische Fußball-Star lässt die vielen Medienvertreter zunächst warten und plaudert im Blitzlichtgewitter mit Viktorija und ihrer Mutter Marija Mirkojlovic.
Vor einigen Wochen hatten die 96-Kicker Fredi Bobic und Gerhard Tremmel vom Schicksal der sechsjährigen Kroatin und der Hilfsaktion in Barsinghausen erfahren. Die beiden Promis überlegten nicht lange und fassten den Entschluss, selbst aktiv zu werden.
96-Stars lassen sich beim NKR typisieren
Bobic und Tremmel kamen gestern zum Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellen-Register (NKR) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), um sich typisieren und in der Spenderkartei registrieren zu lassen. „Das ist eine Sache von einer Minute – kaum zu verstehen, dass sich nur so wenig Menschen zur Verfügung stellen“, sagt Bobic nach der Blutentnahme. Hannover 96 unterstützt das NKR übrigens seit vielen Jahren – so kam letztlich auch der Kontakt zu Viktorija zustande.
Im Mittelpunkt des Presserummels steht jedoch das kranke Mädchen, das bei ihren Verwandten Karin und Zlatko Husnjak in der Deisterstadt lebt und dringend auf eine Knochenmarkspende angewiesen ist. „Viktorija ist so alt wie meine Tochter Celine“, erklärt Bobic im Gespräch mit der DLZ. Allerdings habe er das große Glück, dass sein Kind nicht krank sei. Außerdem komme das Mädchen schließlich aus seinem Geburtsland – da sei es ihm einfach ein Bedürfnis gewesen, die Hilfsaktion zu unterstützen. Für eine so gute Sache stelle er gern seinen Namen zur Verfügung.
Keine Minute lassen Bobic und Tremmel Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Aktion aufkommen: „Vielleicht habe ich ja Glück und komme als Spender für Viktorija in Frage“, hofft Bobic. Auch Tremmel hat sich bereits über die Details einer Knochenmarktransplantation informiert und würde im Falle des Falles sofort einwilligen. „Das Leben der Kleinen hängt an einem seidenen Faden, da muss man einfach helfen.“
Medien berichten über Viktorijas Schicksal
Doch selbst, wenn die Gewebemerkmale der beiden Spitzensportler nicht mit denen von Viktorija übereinstimmen – die gestrige Aktion ist in jedem Fall hilfreich. Denn schließlich ist es Bobic und Tremmel zu verdanken, dass heute in vielen Zeitungen von der kleinen Viktorija und ihrem Kampf ums Überleben ausführlich berichtet wird.
Fredi Bobic spendet spontan 6000 Euro.
So bleibt zu hoffen, dass sich der Stand des Spendenkontos 9292929297 (Bankleitzahl 25151270) bei der Stadtsparkasse Barsinghausen in den nächsten Tagen sichtbar erhöhen wird. Ein wesentlicher Beitrag kommt dabei von Bobic selbst: Als er erfuhr, dass bereits knapp 19 000 Euro auf dem Spendenkonto sind und etwa 25 000 Euro für das Einleiten der Spendersuche beim Zentralregister in Ulm benötigt werden, sagte er gestern spontan eine Spende in Höhe von 6 000 Euro zu. So kann Professor Dr. Karl Welte von der Kinderklinik der MHH in Kürze aktiv werden. Für Viktorija, ihre Mutter und das Ehepaar Husnjak ist mit der gestrigen Aktion die Hoffnung auf eine baldige lebensrettende Operation gewachsen. Immerhin werden für die Transplantation weit mehr als 50 000 Euro benötigt.
Bis es so weit ist, kann sich Viktorija die Zeit mit den vielen Geschenken beschäftigen, die Bobic und Tremmel ihr gestern mitgebracht haben. Und mit Sicherheit wird die Sechsjährige nicht ohne ein Foto von „ihrem“ Bobic in die Kinderklinik gehen, denn immerhin hat er ihr ganz fest versprochen, sie nach der Operation im Krankenhaus zu besuchen.


