Kalendermotiv schmückt Pfarrzimmer
"Ich weiß genau, wo dieses wunderschöne Bild hingehört" freut sich die Landesbischöfin Margot Käßmann, als sie das fotografierte Abbild des Altarbildes der Marktkirche St. Georgii et Jacobi zu Hannover in den Händen hält. "Es ist für mich ein wunderbares Weihnachtsgeschenk!" Das Schmuckstück wurde ihr überreicht von der Pastorin der Marktkirche, Hanna Kreisel-Liebermann, von der Initiatorin des Benefiz-Adventskalenders "Engel öffnen Türen", Dr. Marlena Robin-Winn, und vom Fotografen des Motives, Hassan Mahramzadeh.
Aufgenommen hatte Mahramzadeh das Altarbild, um es als Motiv für den Benefiz-Adventskalenders "Engel öffnen Türen" zugunsten leukämiekranker Menschen zu verwenden. Der Kalender ist jedoch so konzipiert, dass das wunderschöne Motiv selbst bei Öffnen der Türchen in der Adventszeit nicht zerstört wird, sodass es auch nach dem Heiligen Fest jeden Raum zieren kann.
Die Marktkirche St. Georgii et Jacobi in Hannover wurde im 14. Jahrhundert als gotische Hallenkirche gebaut. Sie war und ist eine Stadtkirche, heute Wahrzeichen des Protestantismus in Hannover und Niedersachsen. Seit der Reformation im Jahre 1533 in Hannover ist die Marktkirche evangelisch-lutherisch.
Ihre heutige Innengestaltung verdankt sie dem Architekten Dieter Oesterlen, unter dessen Leitung sie nach der Zerstörung im Jahr 1943 wieder aufgebaut wurde. Der Altar wurde im 15. Jahrhundert für die Kirche geschaffen. Die Meister sind namentlich nicht bekannt. Der Altar wirkt wie ein Bilderbuch, das vor allem Kinder an einen Comic erinnert; ein richtiger Eindruck, wurde er doch für Menschen geschaffen, die des Lesens und Schreibens unkundig waren.
Dieser Wandelaltar hatte ursprünglich vier Flügel, von denen zwei in den Kriegswirren verloren gegangen sind. Heute ist die geschnitzte Festtagsseite ständig sichtbar, die Gemälde der Sonntagsansicht befinden sich auf der Rückseite. Das Schnitzwerk besteht aus Lindenholz, die Kästen aus Eichenholz. Alle Bilder sind mit Maßwerk und Baldachinen überdacht. Sie zeigen die Geschichte Jesu Christi vom Einzug nach Jerusalem bis zur Auferstehung und Darstellung als Weltenrichter.
Besonders anschaulich ist die Szene im Garten Gethsemane gestaltet. Jesu Gebet:„Ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber!“, ist abgebildet. Der Kelch steht auf einem Felsvorsprung. Herrlich anzusehen ist die „Höllenfahrt“: Jesus macht die Teufel machtlos mit einem Fußtritt und befreit so Adam und Eva aus der Hölle. Das Mittelbild mit der Kreuzigungsszene verweist auf den zentralen Inhalt des christlichen Glaubens und auf den Zuspruch beim Heiligen Abendmahl, das jeden Sonntag in der Marktkirche gefeiert wird.
Die zehn Prophetenmedaillons im Schleierbrett stellen die Verbindung zum Alten Testament her. Mit seinen vom Evangelium erzählenden Darstellungen und der goldenen Farbgebung, die auf das himmlische Jerusalem hinweist, ist der Altar ein wertvolles Beispiel mittelalterlicher Frömmigkeit.





