Die Nabelschnur
Die Nabelschnur (lat. Funiculus umbilicalis) verbindet die Plazenta mit dem ungeborenen Kind während der Schwangerschaft und versorgt den Embryo im Mutterleib mit Nährstoffen und Sauerstoff aus dem mütterlichen Blut.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel "wandert" die Blutbildung, die während der fetalen Entwicklung in Leber und Milz ansässig ist, in das Knochenmark des Embryos. Dadurch befinden sich zum Zeitpunkt der Geburt außerordentlich viele Stammzellen im Blut des Kindes, aber auch im Restblut von Nabelschnur und Plazenta.
Das Nabelschnurblut ist reich an jungen, pluripotenten (differenzierungsfähigen) Stammzellen, die ausreichen, das Knochenmark eines erkrankten Patienten zu rekonstituieren. Diese wertvollen Stammzellen können direkt nach der Geburt entnommen und eingelagert werden und so für spätere Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Bereits seit Ende der 1980er Jahre ist bekannt, dass diese Stammzellen in der Lage sind, das Blut bildende System wiederherzustellen.
Stammzellen aus Nabelschnurblut - eine Alternative
Trotz modernster Medizin und mehr als vier Millionen registrierten Stammzellspendern in Deutschland kommt für jeden fünften Patienten jegliche Hilfe zu spät. Eine mögliche Alternative ist hier die Transplantation von Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut.
Stammzellquelle Nabelschnurblut:
· Nabelschnurblut ist einfach und völlig ohne Risiko zu gewinnen.
· Nabelschnurblut ist gesund, weil es im Mutterleib bestens geschützt ist.
· Nabelschnurblut besitzt ein sehr hohes Potential zur Behandlung von der Leukämie.
· Nabelschnurblut ist für den Patienten gut verträglich.
· Nabelschnurblut ist sofort verfügbar.
· Nabelschnurblut ist in der Gewinnung und Anwendung ethisch völlig
unbedenklich.
Blustammzellen aus dem Nabelschnurblut sind besonders wirkungsvoll, weil sie sehr jung sind und ein hohes Potenzial zur Behandlung von Krankheiten haben. Im Vergleich zu peripheren Stammzellen rufen sie weniger und leichtere Abstoßungsreaktionen (GvHD / Graft versus Host Desease) hervor.
ÜBERLebenspartner Nabelschnurblut
Stammzellen aus Nabelschnurblut haben die Fähigkeit, sich in verschiedene andere Zellen des Körpers entwickeln zu können. Klinische Studien werden bereits heute in der Therapie von Diabetes mellitus Typ I und bei frühkindlichem Hirnschaden (zerebraler Lähmung) durchgeführt.
Darüber hinaus könnten sie zukünftig auch für die Regenerative Medizin (Tissue Engineering) von wachsender Bedeutung sein, z. B.:
- bei neurologischen Erkrankungen (z. B. Verlauf nach Schlaganfall, bei
Alzheimer, nach Rückenmarksverletzungen, bei Parkinson).
- bei der Reprogrammierung von somatischen Zellen für die Therapie von
Herzerkrankungen.
- bei stammzellbasierter Leber- und Herzregeneration.
- beim Auskleiden von Herzklappen mit Zellen aus Nabelschnurblut.
- bei Therapien infolge von Gefäßverletzungen, Knochenbrüchen
oder –tumoren, Knorpelschäden (z. B. Ohr, Bandscheiben).
„Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Einsatz von Stammzellen in der Medizin. … Die Entwicklung von zellbasierten und regenerativen Therapien gehört zu den innovativsten Feldern der biomedizinischen Forschung. … Das große Engagement exzellenter Forschergruppen aus dem akademischen, klinischen und industriellen Umfeld … zeigt schon jetzt eindrucksvoll, welche großen medizinischen und wirtschaftlichen Chancen dieses Forscherfeld eröffnet. … Mit Hilfe von Stammzellen können körpereigene Selbstheilungskräfte aktiviert und Ersatzgewebe für die Transplantation erzeugt werden.“

