![]() |
v.l.: Prof. Dr. Peter Hillemanns, Dr. Marlena Robin-Winn, Dr. Eberhard Lampeter, Prof. Dr. Arnold Ganser |
Presseinformation des NKR - Initiative Leben spenden Deutschland vom 4. Dezember 2007
Stammzellen können für schwerkranke Menschen lebensrettend sein. Was viele nicht wissen:
Nabelschnurblut ist die ideale Stammzellquelle! Denn im Gegensatz zu Blutstammzellen oder Knochenmark stehen die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut bei Bedarf sofort zur Verfügung. Dies erspart dem Patienten eine lange Wartezeit und somit die langwierige Organ schädigende Vorbehandlung mittels Chemo- und Strahlentherapie. Weiterhin sind Stammzellen aus dem Nabelschurblut aufgrund seiner multipotenten Eigenschaften vielseitig einsetzbar, die weit über die Grenzen der Leukämiebehandlung hinaus gehen.
Zum Einsatz, zur Gewinnung und zur Zukunft dieser wertvollen Stammzellquelle laden wir Sie ganz herzlich ein zu unserer Pressekonferenz
• am Dienstag, 4. Dezember 2007
• 11.30 Uhr
• Berckhusenstraße 150, 30625 Hannover
Als Teilnehmer der Pressekonferenz stehen Ihnen Rede und Antwort:
- Dr. Marlena Robin-Winn, Leiterin des NKR – Initiative Leben spenden Deutschland
- Dr. Eberhard Lampeter, Vorstandsvorsitzender VITA 34 AG
- Prof. Dr. Karl-Walter Sykora, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover
- Prof. Dr. Arnold Ganser, Direktor der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Medizinische Hochschule Hannover
- Prof. Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
- Prof. Dr. Peter Hillemanns, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Frauenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover
Weltweit erkranken jedes Jahr Tausende Menschen an lebensgefährlichen Entartungen des Blut bildenden oder des Immunsystems, wie z. B. Leukämie, Lymphome oder verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Viele der Patienten können nur durch eine Transplantation gesunder Blutstammzellen gerettet werden. Nur etwa ein Viertel findet seinen „genetischen Zwilling“ innerhalb der Familie, für alle anderen muss ein genetisch identischer Fremdspender gefunden werden.
Dank der modernen Medizin und des wissenschaftlichen Fortschritts werden die lebensrettenden Blutstammzellen heute überwiegend aus dem zirkulierenden Blut als auch aus dem Knochenmark gesunder freiwilliger Spender gewonnen. Leider kommt trotzdem für jeden fünften Patienten jede Hilfe zu spät. Eine mögliche Alternative ist hier die Transplantation von Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut. Nach einer Studie von John E. Wagner, M.D., Professor der Kinderheilkunde und Direktor der Universität von Minnesota, Medizinische Fakultät der Kinderhämatologie und -onkologie sowie der Knochenmarktransplantationen, haben Patienten die gleichen, wenn nicht sogar bessere Überlebenschancen, wenn Stammzellen aus dem Nabelschnurblut transplantiert werden. Diese dürfen aufgrund ihrer pluripotenten Eigenschaften sogar in einem oder zwei Gewebemerkmalen (HLA-Merkmale ) abweichen, was die Suche nach einem geeigneten Spender stark beschleunigt. Die Auswertung, die Mary Eapen und Mitarbeiter der Universität von Minnesota bei 785 Kindern unter 16 Jahren durchgeführt hatten, ergab nämlich, dass die 5-Jahres-Überlebensrate ohne Rückfall (Rezidiv) gleich hoch war, ungeachtet dessen, ob die Kinder von einem HLA-identischen Knochenmarkspender transplantiert wurden oder aber mit Nabelschnurblutstammzellen, die eine Abweichung in einem oder zwei HLA-Merkmalen aufwiesen. Bei identischen Nabelschnurblutstammzellen war die Überlebensrate sogar besser als bei der ebenfalls identischen Knochenmarktransplantation.
„Was diese Studie besagt, ist, dass Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut nicht länger als zweite Wahl anzusehen sind. Heute müssen Leukämiepatienten oft monatelang auf einen passenden Spender warten und können in dieser Zeit einen Rückfall erleiden, der eine Transplantation unmöglich macht“, sagt Wagner.
Um ein besseres Verständnis für die Bedeutung von Nabelschnurblutstammzellen zu geben, dienen folgende Fakten:
- von den zehn Millionen registrierten Spendern weltweit sind 9,8 Millionen Knochenmarkspender und nur 200.000 Präparate aus Nabelschnurblut – also ca. zwei Prozent des gesamten Spenderpools stehen für eine Transplantation zur Verfügung.
- Ungefähr 55.000 allogene Blutstammzelltransplantationen sind bisher weltweit durchgeführt worden, davon aus Nabelschnurblut ca. 7.000 bis 8.000 – also fast elf Prozent der Gesamttransplantationen.
- Bis heute spendeten 30.000 Mütter das kindliche Nabelschnurblut der öffentlichen Nabelschnurblutbank des New York Blood Centers. In Amerika ist dies besonders vor dem ethnischen Hintergrund entscheidend, da die Menschen in Amerika aus allen ethnischen Bevölkerungsgruppen der Welt zusammen treffen. Für viele dieser Gruppen gibt es gar keine oder extrem wenig Knochenmarkspender. Dies wird zukünftig aufgrund der Globalisierung auch für Europa an Bedeutung gewinnen.
Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut:
- sind besonders wirkungsvoll, weil sie sehr jung sind und hohes Potential zur Behandlung von Krankheiten haben.
- sind gesund, da sie im Mutterleib weitgehend von Viren und Umwelteinflüssen geschützt sind.
- sind sofort verfügbar und können im Bedarfsfall umgehend eingesetzt werden.
- sind absolut risikofrei für Mutter und Kind und einfach zu gewinnen.
- rufen weniger und leichtere Abstoßungsreaktionen (GvHD ) hervor.
- erreichen besonders Patienten ethnischer Minderheiten, da für diese aus verschiedenen Gründen eine deutlich geringere Chance besteht, ihren „genetischen Zwilling“ zu finden.
Darüber hinaus haben Stammzellen aus Nabelschnurblut die Fähigkeit, sich in verschiedene andere Zellen des Körpers entwickeln zu können. Somit sind diese Stammzellen darüber hinaus auch für die Regenerative Medizin (Tissue Engineering) von wachsender Bedeutung, z. B.:
- bei Therapien des Zentralen Nervensystems
- Stammzelltherapie bei Parkinson
- Stammzellbasierte Regeneration bei Schlaganfall
- Reprogrammierung von somatischen Zellen für die Therapie von Herzerkrankungen
- Stammzellbasiertes Tissue Engineering für das Herz
- Tissue Engineering von menschlichen Herzklappen unter Verwendung von Nabelschnurblutstammzellen
- Stammzellbasierte Leberregeneration
- Therapien bei Gefäßverletzung, Knochenbrüchen oder –tumoren, Knorpelschäden (z. B. Ohr, Bandscheiben)
„Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Einsatz von Stammzellen in der Medizin. … Die Entwicklung von zellbasierten und regenerativen Therapien gehört zu den innovativsten Feldern der biomedizinischen Forschung. … Das große Engagement exzellenter Forschergruppen aus dem akademischen, klinischen und industriellen Umfeld … zeigt schon jetzt eindrucksvoll, welche großen medizinischen und wirtschaftlichen Chancen dieses Forscherfeld eröffnet. … Mit Hilfe von Stammzellen können körpereigene Selbstheilungskräfte aktiviert und Ersatzgewebe für die Transplantation erzeugt werden.“
Networking zugunsten leukämiekranker Menschen
Derzeit arbeiten weltweit mehr als 42 Staaten mit über 56 zentralen Registern und 37 Nabelschnurblutbanken zusammen für das Wohl und die Gesundheit aller Menschen. In Deutschland speisen 30 regionale Dateien ihre Daten in das nationale Zentralregister (Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland, ZKRD) mit Sitz in Ulm ein. Das ZKRD steht weltweit mit den nationalen Registern anderer Länder in Verbindung. Ein Patient kann also weltweit auf ca. zwölf Millionen registrierte Spender zurück greifen. Ein Spender kann umgekehrt für Patienten weltweit Blutstammzellen spenden. Die Wahrscheinlichkeit eine Blutstammzell-Spende liegt statistisch gesehen bei 1:100.000. Die Entwicklung auf dem Gebiet der Nabelschnurblut-Transplantationen steckt in Deutschland jedoch trotz des enormen Potentials noch in den Kinderschuhen.
Das NKR - Initiative Leben spenden Deutschland und VITA 34 AG wollen in unserem Land über die Grenzen hinaus Pionierarbeit leisten, um diese Entwicklung voran zu treiben. Das NKR – Initiative Leben spenden Deutschland mit Sitz in Hannover an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde 1996 gegründet und ist die drittgrößte Datei in Deutschland mit über 205.000 potentiellen Blutstammzellspendern. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als drei Millionen Spender, die für leukämiekranke Menschen zur Verfügung stehen. Seit März 2005 ist das NKR als gemeinnützige GmbH anerkannt. Im Dezember 2005 wurde das Qualitätsmanagementsystem eingeführt und die NKR gGmbH als einzige deutsche Datei nach DIN EN ISO 9001:2000 von Associated Partners Zertifizierungsgesellschaft mbH zertifiziert.
1. NKR-Entenrennen am 13. August 2010 im Rahmen des Maschseefestes
Familie Wilczkowiak und ihr neukauf-Team sammelt zugunsten leukämiekranker Menschen
Zwei Benefizkonzerte zugunsten des NKR - unser Dank gilt stellvertretend Passagio e. V. und Rausch...
Am 28. Mai 2010 gingen 2.522 Teilnehmer aus mehr als 100 Unternehmen zugunsten des NKR an den Start
Scorpions geben Hackengas: Spieler und Mitarbeiter nehmen für das Team des NKR am diesjährigen...